Archiv für die Kategorie ‘Laaaangweilig!’

Radio Rock Revolution (DVD)

August 18, 2009

Eigentlich klang die Prämisse dieses Films nicht schlecht. Mitte der 60er Jahre spielen ein paar junge Rockmusik-Fans auf einem Schiff in der Nordsee Piratensender (Originaltitel: „The Boat That Rocked“) und beschallen England mit der Musik, die jeder hören will – aber kein staatlicher Sender spielt. Als Schauspieler mit dabei sind u. a. Philip Seymour Hofmann und Bill Nighy, außerdem Emma Thompson und Sienna Miller. Das hätte ein lustiger Film mit gutem Soundtrack werden können.

Doch irgendwie haben die Macher des Films fast alles falsch gemacht. Fangen wir bei der Story an. Sie setzt zu spät ein und verschenkt die potentiell interessante Entstehung des Senders. Wer kam auf die Idee, woher kommt das Schiff? Wenn der Film anfängt läuft die Chose schon auf Hochtouren. Die Figuren werden unzureichend vorgestellt und bleiben trotz ein paar Eskapaden und Verwicklungen blass. Sie sind nicht sonderlich interessant, und keine Figur taugt als echter Sympathieträger.

Bei den Partys, Streitereien und Eifersüchteleien der Crew sitzt man recht unbeteiligt da, der Funke springt nicht über. Es reicht eben nicht ein paar anständige Schauspieler beim Faxen machen zu filmen. Das Outlaw-Gepose der DJs wirkt übertrieben und ist bestenfalls für Leute akzeptabel, die sich an ‘damals’ noch erinnern können. Für alle anderen – egal ob mit Vorliebe für Sixties-Musik oder ohne – entfaltet sich die Story zäh und ohne Überraschungen. Einfach nur albern sind auch die Szenen, in denen Kenneth Brannagh als Vertreter der Obrigkeit den Rocksender endgültig verbieten will. Brannaghs Figur ist eine bräsige Hitler-Karikatur, seine Helfer langweilige Bürokraten. Wären sie nicht am Ende für die Story wichtig, man könnte sie einfach ersatzlos streichen.

Letzten Endes hat sich „The Boat that Rocked“ einfach im Ton vergriffen. Zwischen Komödie, Roadmovie und etwas Zeitgeist-Drama dämmert er so vor sich hin, ohne richtig in Tritt zu kommen. Der Film ist schlichtweg nicht sonderlich witzig, auch nicht fesselnd, und ohne Überraschungen. An Ausstattung und Soundtrack gibt es immerhin nichts. auszusetzen. Nach einer Stunde sehnt man bereits das Ende vorbei, muss aber nochmal eine Stunde warten, bevor es soweit ist. Es ist mir nicht begreiflich, wie man aus diesem Stoff einen so mauen Film machen kann. Verantwortlich dafür dürfte in erster Linie Richard Curtis sein – als Regisseur und Drehbuchautor hat er schon eine bessere Figur gemacht („Love Actually“, „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“), hier hat er beide Jobs in den Sand gesetzt.

3/10

Observe and Report (Shopping Center King)

August 3, 2009

Der Schauspieler Seth Rogen ist etwa seit zwei Jahren ‘everybody’s darling’, wenn es um Komödien geht. Mit „Superbad“ und vor allem „Knocked Up“ wurde er zum Star zahlreicher Filme aus dem Umfeld von Regisseur und Produzent Judd Apatow. Für „Pineapple Express“ und „Superbad“ schrieb er auch an den Drehbüchern mit. Und tatsächlich ist Rogen echt komisch. Oder besser: kann komisch sein. Denn in seinem letzten Film „Observe and Report“ gibt es eigentlich überhaupt nichts zu lachen, und das ist für eine selbsterklärte Komödie nicht so gut.

Rogen spielt Ronnie, den ‘Head of Security’ in einer großen Mall. Ronnie träumt von einer glorreichen Karriere als Cop, und wie es scheint ist die Gelegenheit günstig – erst macht ein Exhibitionist die Mall unsicher, indem er ungefragt Frauen seinen Schniedel zeigt, dann wird auch noch eingebrochen. Ronnie setzt alles daran, die Täter zu fassen.

„Oberserve and Report“ macht bei der ganzen Sache leider einen grundlegenden Fehler. Denn Ronnie ist kein liebenswerter Loser, sondern schlichtweg ein erbärmliches und dummes Arschloch. Seine primitive Art, seine verzerrte Wahrnehmung der Realität, sein abstoßender Umgang mit anderen – alles nicht komisch. Wenn aber die Hauptfigur unsympathisch ist, und sich auch sonst keine Sympathieträger finden, dann stellt sich die Frage worüber man lachen soll. Ray Liotta etwa ist als echter Cop dabei, und seine Rolle hätte durchaus als (lustiger) Gegenpart zu Ronnie angelegt werden können. So aber ist er nur eine von vielen ätzenden Figuren, die lustlos überzeichnet sind und keinerlei Interesse wecken. Man möchte all diese Gestalten einfach nicht sehen.

Es gibt andere Filme, in denen die Figuren allesamt eher negativ gezeichnet sind, und die trotzdem funktionieren. Siehe etwa „Rules of Attraction“ – aber das war auch eher ein satirisches Drama als eine Komödie. „Oberserve and Report“ hat zwar ebenfalls durchaus satirische Tendenzen (etwa in der Figur von Ronnies Mutter), kommt aber vom Ton her doch wie eine normale Komödie rüber. Mit dem Ergebnis, dass dem Publikum statt Lachern eine Überportion Fremdschämen serviert wird, die aber nicht mal Fans von „American Pie“ und Konsorten erfreuen wird. Ausnahmen bestätigen in Form einiger lustiger Szenen die traurige Regel. Insgesamt: „Thema verfehlt, setzen, sechs!“.

2/10

12 Runden

Juni 15, 2009

Durchschnittliche Actionfilme gibt es wahrlich genug, aber „12  Rounds“ war für mich einer zuviel. Die nächsten paar Streifen mit Ex-Wrestlern als Actionhelden müssen ohne mich auskommen, da guck ich mir lieber noch ein paar mal die „Die Hard“ oder „Lethal Weapon“-Filme an. „12 Runden“ folgt einem einfachen Prinzip. Ein Cop (John Cena) stellt einen Schwerverbrecher, wobei dessen Geliebte stribt. Der Bösewicht schwört Rache, flieht aus dem Knast. Und dann klingelt beim Cop das Telefon und eine Stimme sagt: „Let’s play a game“. In dem Moment hätte ich den Film ausmachen sollen, man erinnere sich nur an die unseligen „Saw“-Filme, in denen auch immer irgendwer ein beklopptes Spiel spielen wollte. Lernt Skat, Jungs! DAS ist ein Spiel.

Nun denn, der fiese Kerl in „12 Rounds“ spielt also mit seinem Opfer Katz-und-Maus, was der Film zum Anlass nimmt quer durch New Orleans zu hetzen und dabei ein paar nette Actionszenen aufzufahren. Wie das ganze ausgehen wird ist auch klar. Viel wäre also ohnehin nicht drin gewesen bei dem Material. Die Sache wird leider nicht besser durch die Anwesenheit von John Cena, gegen den Dwayne „The Rock“ Johnson ein begnadeter Charakterdarsteller ist. Mit seinem vierkantigen Schädel,tiefer Stimme und nicht vorhandenem Mimik-Repertoire rennt, wirft und grummelt er sich durch den lauen Plot. Und es macht schlicht keinen Spaß, ihm dabei zuzusehen. So wie das etwa bei John McClane immer der Fall war. Was bleibt, sind ein paar Explosionen, Verfolgungsfahrten und Schießereien, die man auch schon besser gesehen hat, und das nicht nur einmal. Laaaangweilig.

3/10

Neues von Christopher Nolan

Mai 6, 2009

„Memento“–Regisseur Nolan hat letztes Jahr mit „The Dark Knight“ soviel Geld eingebracht, dass er sich Budget und Stars seines nächsten Films wohl einfach so aussuchen durfte. Für „Inception“, seinen für einen Release 2010 geplanten Thriller/Sci-Fi/Action-Film hat er davon ausgiebig gebrauch gemacht. Leonardo DiCaprio wird dabei sein, außerdem die beiden talentierten Jungsstars Ellen Page („Juno“) und Joseph Gordon-Levitt („Brick“, „Shadowboxer“). Auch Marion Cotillard („La vie en Rose“) steht bei der IMDB schon auf der Besetzungsliste, ebenso Cilian Murphy (spielte u.a. Scarecrow in „Batman Begins“). Nur hinter Michael Caines Mitwirken steht noch ein Fragezeichen.

Falls der Film nichts werden sollte – am grundsätzlich vorhandenen Talent der Beteiligten wird es nicht liegen. Das Drehbuch wird Nolan selbst schreiben, hoffen wir mal, dass ihm was gutes einfällt…

Inside Hollywood (What Just Happened)

März 26, 2009

Komödien oder Satiren über das Showgeschäft sind keine einfache Sache. Mir fallen spontan nur zwei gute Filme ein, Robert Altmans „The Player“ und Barry Levinsons „Wag the Dog“. Wobei letzterer eher eine Polit-Farce war. Nun denn, Barry Levinson ist auch der Regisseur von „Inside Hollywood“, der das Leben von Produzenten, Autoren und Darstellerns in Hollywood auf die Schippe nimmt. Oder auch nicht, denn der Film kann sich nie so richtig entscheiden, ob er gemein und lustig sein will, oder doch nett und dramatisch. Das Ergebnis ist dem entsprechend kein sehr gelungener Film.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Produzent Ben (Robert De Niro), der an einigen Fronten zu kämpfen hat. Geschäftlich wäre das ein Film, dessen Ende umgeschnitten werden soll, was der Regisseur vehement ablehnt. Der Star des nächsten Films (Bruce Willis spielt sich selbst) weigert sich, seinen Vollbart abzurasieren. Sein Privatleben ist ebenfalls kompliziert, zwei Ex-Frauen und drei Kids wollen umsorgt werden – dabei hängt Ben eigentlich den ganzen Tag immer und überall nur am Telefon, meist per Headset, wie auch die Kollegen.

„Inside Hollywood“ geht recht vielversprechend los, mit einem richtig mies laufenden Test-Screening. Doch es wird schnell deutlich, dass der Film sich all die möglichen bösen Spitzen gegen die Gepflogenheiten in Hollywood entweder ganz spart oder im Nachhinein wohlwollend rehabilitiert. Und so kommt ein unterhaltsamer, gefälliger Film über das Drehen von Hollywoodfilmen hinaus. Interessante Einsichten in die Branche sind ebenso Fehlanzeige wie richtige Lacher. Diesem Portrait Hollywoods aus dem Blickwinkel Hollywoods geht jede Tiefenschärfe ab, die Kämpfe um Story und Schauspieler hat man so oder ähnlich schon ein Dutzend mal gesehen.

Fazit: Der Gang ins Kino lohnt sich nicht. Wer sich für Hollywood und seine Filme begeistert wird ausreichend unterhalten, aber weder können die dramatischen Elemente wirklich mitreißen, noch bringen die komischen Elemente einen ausreichend zum Lachen.

5/10

Punisher – War Zone (DVD Import)

März 16, 2009

Einer der weniger erfolgreichen Versuche, eine erfolgreiche Comicfilm-Reihe zu starten war „The Punisher“ von 2004. Der brutale, einfallslose Film mit Thomas Jane als „Punisher“ ging mehr oder weniger unter, auch weil er aus seinem Antihelden keine greifbare, irgendwie interessante Figur machen konnte. Düstere Rachestories sind auch ohne Comicvorlage schon xmal verfilmt worden, es fehlte also etwas Besonderes. Die damalige Crew ist nun von Bord gegangen, und „Punisher – War Zone“ nimmt auf den ersten Teil auch keinen Bezug.

In der Hauptrolle ist Ray Stevenson dabei, einigen vielleicht bekannt als römischer Soldat aus der TV-Reihe „Rome“. Als ich den Film gesehen habe schrieb ich folgendes dazu in meine Notizen: „Der neue Punisher hat eine ziemliche Rübennase, die Ausstrahlung eines vollen Aschenbechers und ’schauspielert’ auf Augenhöhe mit Steven Seagal.“ Das gilt auch am Ende noch. Ansonsten ist die herausragendste Eigenschaft der blutrünstigen Story, dass sie es an Brutalität locker mit „Rambo“ aufnehmen kann. Der „Punisher“ schlägt mit seiner Faust gleich durch ganze Gesichter durch und zermatscht so neben der Nase auch treffsicher das Gehirn. Ein Bösewicht landet im Flaschenhäcksler, die anderen werden sonstwie umgebracht. Kurze, zweiflerische Zwischentöne (die sowieso albern rüberkommen) werden schnell wieder fallen gelassen, und noch in der letzten Einstellung muss der „Punisher“ mit einem Kopfschuss beweisen, das die Welt ihn einfach braucht.

In Deutschland verzögert sich der Start des Films, wohl auch weil die Jungs von der FSK bei der Altersfreigabe rot sehen. Sollte er dann doch noch (definitiv nur geschnitten) erscheinen ist vom Genuss trotzdem abzuraten, es gibt schlichtweg nichts zu sehen, dass sich lohnen würde.

2/10

The Day the Earth Stood Still (Remake von 2008)

Februar 23, 2009

The Day The Earth Stood StillKeanu Reeves ist mal nicht der „Auserwählte“, sondern der Außerirdische – und landet mit seinem UFO mitten in New York. Die skeptischen US-Politiker und Militärs wittern große Gefahr und blasen zum Angriff, doch die überlegene Technologie der Aliens degradiert alle High-Tech-Waffen zu unnützem Altmetall. In menschlicher Form wandelt Klaatu (Reeves) über unseren grünen Planeten, wo er neben folterwütigen Geheimdienstlern auch der aufgeschlossenen und freundlichen Wissenschaftlerin  Helen über den Weg läuft. Deren „Menschlichkeit“ – und die ihres Stiefsohns Jacob – überrascht den kühlen Außerirdischen, hält ihn aber nicht davon ab, den Masterplan seiner Spezies für den Planeten Erde in die Tat umzusetzen.

Remakes werden ja gerne am Original gemessen, in diesem Fall immerhin ein Film aus den IMDB Top 250. Die Story ist in Grundzügen noch die gleiche – mit dem entscheidenden Unterschied, dass in den 50ern der Kalte Krieg eine (mehr oder minder) heimliche Hauptrolle spielte. Der ist ja nun vorbei, an seine Stelle ist nun amerikanischer Militarismus und an Paranoia grenzendes Sicherheitsdenken getreten. Doch überzeugen können diese Szenen nur bedingt, weshalb in der Story ein dramaturgisches und inhaltliches Loch entsteht, dass auch die bemühten Schauspieler (Keanu Reeves, Jennifer Connelly, Kathy Bates) mit den wenig einfallsreichen Figuren nicht stopfen können.

Überspitzt formuliert passiert in „The Day the Earth Stood Still“ eigentlich gar nichts. Gemessen am vergleichsweise starken Beginn geht die Reise nur noch abwärts. und hätte schon atmosphärisch stimmiger und mit kosequentem Konzept inszeniert sein müssen, um dem Film richtig Leben einzuhauchen.

4/10

Rightous Kill

Januar 7, 2009

Al Pacino und Robert DeNiro gehören unbestritten zu den ganz großen Hollywood-Schauspielern. Gemeinsam durfte man sie bisher nur zweimal bewundern. Im zweiten „Paten“, da allerdings in verschiedenen Erzählsträngen und -zeiten, und in „Heat“, in dem sie als Jäger und Gejagter jedoch nur eine gemeinsame Szene haben, in der sie jedoch nie zusammen im Bild sind. Soviel zu dem, was allgemein bekannt ist.

In „Rightous Kill“ spielen die beiden nun Cops, sind Partner bei der New Yorker Mordkommission. Ein Serienkiller sorgt für Aufsehen, und der Verdacht, er könne aus den eigenen Reihen stammen, wird immer lauter und öffentlicher. Und während einer der beiden alten Haudegen bald selbst in Verdacht gerät will der andere natürlich nichts davon wissen.

Trotz der hochkarätigen Besetzung ist der Film im Grunde ein B-Movie, für den etwa Michael Madsen eine passendere Besetzung gewesen wäre. Die Story müht sich zwar, mit Kniffen und Tricks für Spannung zu sorgen, letztlich aber „zaubert“ Regisseur Jon Avnet dieselben Kaninchen aus dem Hut wie unzählige vor ihm. Da hilft dann auch keine Schauspielkunst mehr, eine psychologisch beknackt angelegte Rolle ist eben kaum zu retten.

Den Gang ins Kino sollte man sich hier also definitiv sparen, wer den großen Meistern trotzdem zusehen will kann getrost auf die DVD warten. Sie wird sicher nicht lange auf sich warten lassen. Warum, ja warum De Niro und Pacino in so einem mittelmäßigen Streifen überhaupt mitmachen, darüber darf natürlich spekuliert werden. Das Geld brauchen sie beide nicht, mir scheint eher, dass ihnen entweder im Laufe der letzten 10, 15 Jahre das Gespür für die Rollenauswahl verloren gegangen ist („Gigli“!?, „Showtime“?!) oder aber keine besseren Drehbücher ins Haus flattern. Wie man es auch dreht und wendet, für die Highlights ds Jahres werden 2009 wohl andere sorgen müssen.

4/10

The Strangers

November 20, 2008

Eher versehentlich habe ich mal wieder einen Horrorfilm gesehen. Ein junges Paar übernachtet in einem entlegenen Sommerhaus, und dann….klopft jemand an die Tür. Wer? Das ist geschenkt. Maskierte Personen sind es, die nichts im Sinn haben als Kristen (Liv Tyler) und James (Scott Speedman) zu terrorisieren. Handwerklich ist das ganze gut gemacht. Nur kommt bei all den Horror-Momenten nie raus warum das ganze überhaupt passiert, noch wer die Bösewichter eigentlich sind. Und auch die „Das würde man in dieser Situation doch auf keinen Fall tun“-Momente sind reichlich vorhanden. So bleiben ein paar spannende Momente und gute Schauspieler, die aber letztlich gegen die bemüht fatalistische und eindimensionale Story  nicht anspielen können – was schade ist, denn die Figuren erscheinen zunächst durchaus interessant. Bevor dann der in der Dunkelheit lauernde „Terror“ die Regie übernimmt hätte das ganze durchaus Potential gehabt als richtige Story zu funktionieren.
4/10

Eagle Eye

Oktober 26, 2008

Der Copyshop-Angestellte Jerry (Shia LeBeouf) und die junge alleinerziehende Mutter Rachel (Michelle Monaghan) bekommen beide urplötzlich Anrufe, in denen sie zur unverzüglichen Flucht aus ihrem geregelten Leben aufgefordert werden. Bei Jerry steht in NullKommaNix das FBI vor der Tür, Rachel wird erklärt sie müsse tun  was verlangt werde, um ihren Sohn wieder zu sehen. Und so attestiert diese ominöse Macht, die aus dem Telefon spricht (und  Ampeln auf grün schalten, Anrufe umleiten kann und sonstige Technik-Manipulationen im Program hat) den beiden bei einer wilden Flucht quer durchs Land, verfolgt von allen möglichen Bundesbehörden, die Jerry und seinen verstorbenen Zwillingsbruder für Terroristen halten.

Die Auflösung des betont mysteriösen Plots will ich hier nicht vorweg nehmen, nur soviel sei gesagt: sie passt ganz gut zum Film, fällt bei näherer Betrachtung der Story aber (natürlich) in sich zusammen. Das hohe Erzähltempo lässt eine solche Betrachtung aber (sicher nicht ohne Grund) auch erst zu wenn der Film vorbei ist. Bis dahin wurden bei einigen Verfolgungsfahrten unzählige Autos verschrottet, wurden Züge und Flugzeuge bestiegen, während Agent Morgan (Billy Bob Thornton) und Armee-Ermittlerin Perez (Rosario Dawson) versuchen zu begreifen, was da eigentlich im Gange ist. Für einen Actionfilm, der ausnahmsweise weder Fortsetzung, noch Remake oder Comic-Verfilmung ist, hat „Eagle Eye“ genug im Gepäck um sein Publikum bei Laune zu halten. LaBeouf und Monaghan machen einen soliden Job, wenn auch die Chemie zwischen beiden nicht eben explosiv ist. Viel wird von dem Film nicht hängen bleiben, aber so ist der Film (bis auf ein paar aus Hollywood bekannte politische Zwischentöne) auch nicht gedacht – er bietet Mainstream-Unterhaltung und leistet sich dabei keine groben Aussetzer.

6/10